Fraktal Komplex

31 May 2026

2026 KW 22

Warum deutsche Rapper verrückt nach Sex sind

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Matilda mit einem Videoessay über den Male- und Female-Gaze im Rap. Matilda kann ich im allgemein sehr empfehlen, ich habe in letzter Zeit mehrere ihrer Videoessays über Rapmusik und den Umgang mit Behinderungen geschaut. Ich kam für eine kritische Auseinandersetzung mit Fotzenrap, ich blieb für “die semantische Neubesetzung misogynistischer Pejorative”.
Irgendwann, vielleicht, studiere ich mal noch Literaturwissenschaften. Bock hätte ich ja.

So, ab hier wird es KI lastig. Bereits für Weltuntergangsrhetorik? Wir gehen rein:

The SpaceX IPO… It’s Worse Than You Think

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Casual Finance erklärt in 15 Minuten, warum auch du SpaceX Investor wirst - ob du willst oder nicht! Dieses Video hat die folgende tiefergehende Recherche angestoßen.

The SpaceX IPO and Data Centers in Space

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Stratechry über den SpaceX IPO. Er betrachtet das recht differenziert: Nichts an den Zahlen macht Sinn, aber es gibt eben die Chance, dass das schon alles funktioniert, also ist es vielleicht keine schlechte Sache, dass dieser IPO passiert?

New Nasdaq rules offer SpaceX free liquidity

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Und hier die andere Seite der Geschichte. Die Financial Times erklärt hier, wieso die Regeländerungen im Nasdaq vor allem dazu führen, dass große passive Investoren wie z.B. die in Amerika beliebten 401k Sparpläne (die zur Absicherung im Alter dienen) gezwungen werden, in SpaceX zu investieren. Der auf /r/finanzen beliebte Heilige Gral A1JX52 ist davon mit einer gewissen Zeitverzögerung betroffen. Heise schreibt hier auch darüber.

Ich persönlich habe keine Ahnung, was das jetzt für mein Portfolio bedeutet und werde das vor allem wachsam beobachten, da ich auch noch 35 Jahre bis zur Rente habe. Wenn ich kurz vor Rente wäre, würde ich meinen ETF Anteil wahrscheinlich stark überdenken.

Der Slogan “You are the Exit Liquidity” trifft schon. Ich bin gespannt, was passieren wird. Bei der Recherche über das Thema bin ich auch auf einige Websites gestoßen, die Finanzberatung für SpaceX Mitarbeiter machen möchten, um Ihnen zu den maximalen Gains zu verhelfen.

I think Anthropic and OpenAI have found product-market fit

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Simon Willison ist der Meinung, dass Anthropic vielleicht sogar bald Geld verdient.1
Ich bin auch gespannt auf die S-1 Filings, wenn OpenAI und Anthropic public gehen.
Die Zahlen sind beeindruckend:

Anthropic already have vast amounts of compute from other providers. The fact that they’re willing to spend $1.25 billion per month for extra capacity from just one of their vendors hints at how big these inference budgets have become.

1.25 Milliarden Dollar PRO Monat, nur um Infrastruktur bei einem Provider (xAi in dem Fall) zu mieten.

Das sind absolut wilde Zahlen, und hier fasst mal jemand zusammen, was diese wilden Zahlen für die Ökonomie als ganzes bedeuten könnten:

The Dead Economy Theory - by Owen McGrann - The Palimpsest

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Der Text geht so hart, man sollte ihn einfach lesen. Hier ein paar Zitate:

In competitive markets, an automating firm captures the full cost savings from replacing workers but bears only a fraction of the resulting demand destruction. In a market with twenty competitors, each firm feels one-twentieth of the demand it destroys. The rest falls on rivals. This creates a prisoners’ dilemma: every firm rationally automates beyond the socially optimal level, because the individual incentive to cut labor costs always outweighs the diffuse, shared consequence of eliminating consumer spending.

[…]

The US horse population grew from nine million in 1840 to twenty-one million by 1900, seemingly immune to technological change. Within sixty years of the internal combustion engine, the population collapsed by eighty-eight percent. The horses weren’t retired out of malice. They became uneconomical to keep. Leontief’s point was that there is no economic law preventing the same thing from happening to humans.

[…]

The agricultural transition took a hundred and forty years. Carl Benedikt Frey at Oxford has documented that the Industrial Revolution took seventy years before wages and employment recovered for the workers it displaced. In the interim, wages stagnated, the labor share of income collapsed, profits surged, inequality skyrocketed, and the political consequences included the Chartist movement and widespread social upheaval. As Frey puts it: “Most economists will acknowledge that technological progress can cause some adjustment problems in the short run. What is rarely noted is that the short run can be a lifetime.”

[…]

And the public funded the research that made it possible. The transformer architecture, large-scale training methods, semiconductor advances—all of these were publicly or quasi-publicly funded through universities, DARPA, and national labs. The public bore the risk. Private companies captured the reward.

[…]

Autocracies are better customers for this technology than democracies, which is precisely why the broligarchy has rapidly shifted its support behind Trump and MAGA. A democratic government that deploys AI to replace its workforce faces electoral consequences. An authoritarian government faces no such constraint and gains a surveillance and control dividend on top of the economic efficiencies.

[…]

At the scale these companies need to justify their valuations, you’re looking at social instability that makes the current populist moment look quaint. Tens of millions of people, in their productive years, with no economic function, no clear path to one, and a keen awareness that the people who did this to them are the richest human beings who have ever lived.

Nietzsche hat auch noch einen Auftritt:

The Übermensch gets trotted out as justification for the exceptional founder, the visionary who transcends conventional morality because he’s operating on a higher plane. Nietzsche was diagnosing the crisis of meaning after the collapse of metaphysical certainty, not writing a management philosophy for people who got rich selling advertising technology. The Übermensch is about the individual’s relationship to the creation of meaning in a godless universe. It has nothing to do with whether Peter Thiel should be exempt from democratic accountability. Nietzsche would have classified these people as the last men, the ones who blink, say “we have invented happiness,” and mistake comfort and optimization for human flourishing. He would have fucking loathed them.

[…]

The worst outcome may not be superintelligent AI. It may be adequate AI, deployed aggressively by companies chasing stock prices, eliminating jobs it can’t actually do well because the quarterly incentives demand it.

Passiert ja jetzt schon. Ich habe Probleme mit Vodafone und soll mit ihrem fucking Tobi Chatbot reden. Warum man einen Chatbot wie das Kind tauft, das im Sportunterricht immer Fußball spielen wollte, weiß ich nicht. Dass der Bot jedenfalls ÜBERHAUPT nichts relevantes abgespult bekommt, kommt mir langsam wie der eigentliche Sinn der Sache vor Es sollte illegal sein, dass eine Kundenservicehotline so ausgeführt werden kann.

Quo vadis?
Ich hab keine Ahnung.
Gerade bei Knausgaard gelesen:

Das Bestehende ist dadurch gekennzeichnet, dass es das Einzige ist, die eigentliche gesellschaftliche Ordnung oder Weltordnung, die mit einer solchen Selbstverständlichkeit existiert, dass alle anderen möglichen Formen, das Leben zu ordnen, gefährlich, bedrohlich und zersetzend erscheinen und daher keine realen Alternativen sind, bis deren innere Gegensätze das Bestehende umwerfen und die neue Ordnung zur bestehenden wird, an der um alles in der Welt nicht gerüttelt werden darf.

Also: Wenn die Ökonomie schon tot ist:

Can we have the day off?

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Ich seh schon Merz Halsschlagader pochen!
Ich bin ja in einer Position, um mir diese Frage tatsächlich zu stellen und eventuell irgendwann umzusetzen.
Ich weiß aber nicht, was es dafür bräuchte.
Im aktuellen AI-Diskurs wird ja häufig die Parallele zum Red Queens Race angeführt. Um mitzuhalten muss man ständig weiter rennen.
Ein Innehalten würde in unserem Markt ebenfalls ein verschwinden bedeuten - der Markt ist darauf ausgelegt, dass Bedürfnisse immer schneller und mit immer kürzeren Vorlaufzeiten befriedigt werden. Sich dem entgegenzusetzen ist schwierig, aber vielleicht nicht unmöglich. Die Beispiele sind rar, aber es gibt sie:
In Karlsruhe gibt es schon lange, sehr lange, einen Imbiss: Marrakesch. Ich habe schon viel davon gehört, aber noch nie dort gegessen, denn: Wenn alles ausverkauft ist, schließt der Laden, und meine Arbeitszeiten haben noch nie dazu gepasst, um dort zu essen.2
Leider muss ich auch sagen, dass ich den Laden schon eine ganze Weile vergessen hatte - ich bin also aus dem Kreis der möglichen Kunden gefallen, und das ganze Modell passt sowieso nicht zur Wachstumslogik.
Wie lässt sich das auf ein Metallverarbeitendes Unternehmen mit Nischenprodukten ausweiten?

Cheats Ruined The Game

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Hier schreibt jemand darüber, dass AI verwenden wie cheaten ist - es nimmt den Spaß aus dem Spiel.
Weiter unten sinniert der Mensch, dass das ja früher auch schon so war, der Webstuhl hat auf einmal endlos viele Textilien rausgepumpt und damit auch den Wert schöner Kleidung gesenkt. Marx, Nietzsche und Heidegger haben darüber auch schon nachgedacht:

By all accounts, having more clothing was good. But, in the Industrial Revolution people started to notice that the meaning of their lives was seemingly being taken away. Lots of literature was produced dealing with this, trying to come to terms with it. Marx, alienation; Nietzsche, nihilism; Heidegger, Gestell.

[…]

But the meaning, the thing that makes the game, that will retreat. I’ve never been more certain of anything. This retreat of meaning, it is accelerating. Even the most brilliant minds 100 years ago could not figure out how to stop it. They could articulate it but they could not stop it.

What the am I supposed to do about that?

Why was I invited to Beast Studios?

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Ich kenne Mr. Beast nur von Videos, die über Mr. Beast sprechen, habe aber schon wahrgenommen, dass er trotz der Fremdsprache auch im Leben eines deutschen Durchschnittskindes eine Rolle spielt.
Irgendwann habe ich mal einen Artikel gelesen, dass Mr. Beast komplett Datengetrieben Videos erzeugt, und sich so zum größten YouTube Kanal der Welt gemausert hat.
In diesem Video wurde Folding Ideas zu Mr. Beast eingeladen und durfte im Anschluss darüber berichten. Man sieht vielleicht schon im Thumbnail, dass FI nicht unbedingt zur Zieldemographie gehört, und mit der ganzen Sache wenig anfangen kann.
Ich fand das Video ziemlich spannend.

1.2M Messages to Obsidian - Building a Relationship Map from 20 Years of Chat History

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Spannende Sache. Ich schreibe wahrscheinlich auch deswegen so viel in Obsidian, weil ich genau das auch machen möchte, wenn mein Rechner mal stark genug für lokale Modelle ist.

Auch Dunbars Number ist hier wieder zu sehen:

That being said, most of these contacts are not necessarily friends. Robin Dunbar, a British anthropologist, found a correlation between primate brain size and average social group size, and then extrapolated it, suggesting humans can comfortably maintain 150 stable relationships. Then, he figured humans maintain relationships in concentric layers - about 5 people you’d call in a crisis, 15 close friends, 50 regular contacts, 150 active acquaintances.

The Return of Penis Anxiety

[Link]
Selten noch nie so einen langen Text über kurze Glieder gelesen.

“Men are going through a lot right now. Things aren’t as stable for them as they used to be.”

Und sonst so?