2025 KW 49
Byte.fm braucht ein neues Studio
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Byte.fm ist der Radiosender, auf dem meine Partnerin und ich immer neue, spannende Musik entdecken. Die Moderator*innen machen das mit Herzblut und sind echte Kenner und Musikliebhaber. Denen kann man guten Gewissens mal bisschen Geld hinterherwerfen!
@nasaok - How to run hundreds of phones while being struck by suicide drones
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Der Titel ist wild. Kamikazedronen und Telefonfarmen - hört sich vielleicht nicht nach der Version der Zukunft an, die wir wollten, aber da sind wir jetzt eben.
Der Mensch erklärt, wie er sein ukrainisches Startup (was eigentlich nichts anderes als Instagram-KI Bots as a Service ist) mit Strom versorgt, der in der Ukraine aus Gründen unzuverlässig verfügbar ist.
Das Stecker-zu-Stecker Kabel triggert den TÜV bis hierher.
Ich habe fast Lust, dem Typ ein paar Theter rüberzuschieben, damit Instagram noch schneller untergeht.
Advent of Code 2025
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Uff, ich bin eingerostet.
Macht aber immer noch Bock.
Procedurally Generating Infinite Marble Runs
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Geil. Die Intersektion aus Nerdiness, Kunst, Technik und Spieltrie b, top ausgeführt.
Ente - Google Photos Ersatz
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Ich bin vor einer Weile mit meinen privaten Bildern von Google Photos wegmigriert.
Über Kagi wurde ich auf ente.io aufmerksam, da gab es für das erste Jahr einen Rabattcode, wenn man bereits Kagi Mitglied ist. Da ich alles, was Kagi bisher anpackt, ziemlich vernünftig finde, war das schonmal ein gutes Signal.
Kurz zu dem, was ente verspricht:
- End-to-End verschlüsselte Datenhaltung - Ente hat niemals Zugriff auf meine Bilder, sondern lediglich einen dicken Blob an Daten, mit denen sie ohne mein Passwort nichts anfangen können. So wird auch den bei Google Photos oft praktizierten Online-Hausdurchsuchungen (von denen man nichts mitbekommt) der Riegel vorgeschoben
- Machine Learning nur auf den eigenen Geräten: Durch die E2E Verschlüsselung kann Ente eh keine Gesichtserkennung oder so in der Cloud machen, also muss auf das den eigenen Geräten laufen. Es wird nichts an irgendwelche Netze hochgeladen, die im Zweifelsfall damit noch weiter trainieren.
- Spotlight Memories - Ente stellt automatisiert Erinnerungen zusammen, so Dinge wie “Vor einem Jahr an diesem Tag” oder “Graffiti” oder so.
- 3 Repliken, falls mal doch ein Server hops geht
- Nachlassfunktion - Falls ich hops geh, kann ich jemanden bestimmen, der im Fall meines Ablebens Zugriff auf das Archiv erhält
- Bring your own domain - Bilder, die ich öffentlich verlinke (wie z.B. das ßpace-Logo im letzten Monat) kann ich von meiner Domain aus serven, was irgendwie ganz nett ist
Zu meiner Erfahrung:
Gut:
- Bilder sind alle noch da (phew)
- Google Takeout Upload hat funktioniert und soweit ich das überblicke auf alle Alben und Metadaten behalten
- Der Upload war recht zügig. Ich konnte zwar meine 300mb/s upstream nicht voll ausfahren, war aber trotzdem in zwei Sitzungen mit meinen etwa 120 GB an Bildern durch
- Deduplizieren von Bildern funktioniert gut - ich hatte dann doch ein paar Duplikate, die gut erkannt und gelöscht wurden
- Super finde ich die Funktion, dass man Orte suchen und automatisch als Album anlegen kann. So kann ich z.B. Karlsruhe + 10km als ein automatisches Album festlegen, in das alle Bilder soft-gelinkt werden. Ich suche erstaunlich oft nach geographischen Orten, da ist sowas sehr praktisch.
- Ich habe Bilder von fremden Menschen von einem Segeltrip eingesammelt, da hat sich niemand irgendwie beschwert, dass es fummelig war. Vollkommen ohne Nutzeraccount auf deren Seite, einfach Bilder reinyallern oder selbst für das eigene Archiv runterladen (und dann wahrscheinlich auf Google Drive ballern :( ).
Meh:
- Die Memories-Funktion ist recht einfallslos, da kann Google natürlich deutlich mehr. Trotzdem schön, immer mal wieder zu sehen, wie ich vor 16 Jahren in Australien rumgehüpft bin.
- Die App ist in großen Alben eher okaaaay responsiv. Google hat da sicherlich mehr Brainpower und aggressiveres Caching, so merkt man schon, wann die App jetzt noch was vom Server laden muss oder verschlagworten oder …. das könnte schon besser gehen. Das trifft übrigens auf alle Apps zu: Nativ Windows (okay, wahrscheinlich eh nur Electron?), nativ iOS, Webapp. Bei kleinen Alben ist das aber kein Problem.
- Die Gesichtserkennung ist absolut nicht auf Augenhöhe mit Google oder Apple. Aber das ist ja irgendwie auch klar. Den trade-off geht man ein.
- Mein Plan gibt mir 200gb Speicher - ich sehe kommen, dass das in zwei Jahre nicht mehr reicht. Ich könnte entweder aussortieren, oder den 1 TB Plan kaufen - der dann wiederum unverhältnismäßig teuer ist. Wenn es so weit ist, werde ich wahrscheinlich das Volumen mit irgendjemand anderem teilen, dann geht es wieder auf… aber so richtig Fan von der Preispolitik bin ich nicht.
- Geil wäre, wenn man Bilder von ente.io noch direkt einbinden könnte, aber ich kann schon verstehen, dass das für ente am Ende ein Bandbreitenrisiko darstellt.
Shitty:
Bisher nichts.- Gestern habe ich festgestellt, das manche Bilder doppelt importiert sind, ich weiß aber noch nicht, ob das an einem Nutezrfehler meinerseits liegt. Ich glaube, ich habe Dinge, die noch auf meinem iPhone waren aber auch schon im Google Takeout doppelt gesichert. Das ist mein Fehler. Aber: Ente hat diese Bilder nicht über die “Duplikate entfernen” FUnktion gefunden. Es kann aber sein, dass die BIlder beim Upload in die Google Cloud vom iPhone Format HEIC zu einem anderen Format konvertiert wurden und daher die (wahrscheinlich auf Hashwerten basierende) Duplikatsfunktion nicht anschlägt. Bei den Uploads seit dem Switch auf ente gab es solche Doppelungen nie.
Ich habe bisher einige Varianten ausprobiert, um Bilder selbst zu hosten, von Immich über PhotoPrism, aber das war alles crap oder für mich nicht umsetzbar. Ich glaube, mit ente habe ich jetzt etwas gefunden, was für mein Privatsphärebedürfnis/Kosten/Aufwand Modell gut passt.
Schön finde ich auch, dass es die Möglichkeit gibt, immer eine hardcopy der Bilder auf einen anderen Server zu syncen, via ente-cli, das habe ich aber noch nicht ausprobiert. Da ich aber eh ein NAS rumstehen habe, finde ich das keine schlechte Option.
Falls jemand noch 10GB extra auf seinen Paid-Plan haben möchte, hier mein Weiterempfehlungscode:ZECVC5
Privacy Pack by ente.io
Apropos ente: Die haben auch eine Initiative, die sie privacy pack nennen. Man kann dort nach Alternativen zu gängigen verwendeten Diensten suchen und in einem hübschen Format teilen, was man schon alles in open-source Hand gelegt hat.
Hier ist meines:
Ich bin mit allen getroffenen Entscheidungen hier sehr zufrieden. Ich denke, in naher Zukunft werde ich auch mein Google Drive bis auf absolut notwendiges leeren und es per Cryptomator befüllen.
Ken Lum » Melly Shum Hates Her Job
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In Heike Geißlers Arbeiten bin ich auf dieses Kunstwerk gestoßen. Ich wollte es dem geneigten Leser nicht vorenthalten.
In Geißlers Buch wird erklärt, dass die echte Melly eigentlich immer gerne gearbeitet hat.
Und sonst so?
- Bitte ist bald Weihnachten
- Ich habe gelernt, was eine Installationszone ist und dass man sich im Altbau nicht drauf verlassen kann.
- Der Elektriker, der das jetzt fixt, ist der selbe, der das ursprünglich verlegt hat. Ich freue mich schon darauf, ihm das zu sagen, wenn er wie erwartet über seinen Vorgänger abkotzt.
- Heike Geißlers Arbeiten beendet - ich kann das Buch vollumfänglich empfehlen. Ich hatte zunächst etwas Sorge, dass es, nachdem ich erst vor kurzem ihr Saisonarbeit gelesen habe, vielleicht etwas redundant ist. War es aber nicht, im Gegenteil. Es wird das System Arbeit von verschiedenen Blickwinkeln betrachtet, auch aus der Position, dass man ja arbeiten möchte, aber nicht kann, es geht auch um die Erwerbsbiographie ihrer Eltern in der DDR, und zum Schluss wird der Begriff der Trauerarbeit aufgegriffen. Runde Sache.
- Nun also Knausgaards Kämpfen begonnen, das gewohnt langsam beginnt. Mal sehen, wo es hinführt.
- Musikalisch meinen Spotify-Jahresrückblick serviert bekommen und festgestellt, dass ich mir für nächstes Jahr eine bessere Geschlechterbalance vornehme. MC Bomber darf dann hoffentlich auch mal aus meinen Top 5 gehen, ich check garnicht, wieso der da gelandet ist - der erste Song von ihm ist bei den Top Songs auf Platz 24? Den Algorithmus muss mir mal einer erklären.
An dieser Stelle also Song / Künstler*innenempfehlungen, für die ich mich nicht schämen muss:- Waving the Guns liefen rauf und runter, vor allem das letzte Album Zwischen Wand und Tapete. Top Song war hier Bigotterie.
- Audio88 hat sich auch wieder in mein Herz gespitted, das Böse Wörter Album steht schon im Plattenschrank. Der Titeltrack ist zum empfehlen.
- Kae Tempest hat mit Ihrem Album Self-Titled auch ein tightes wie bewegendes Rapalbum abgeliefert. Statue in the Square muss man gehört haben.
- Doechii ist mittlerweile auch eine feste Größe im amerikanischen Hiphop und ihr Druchbruchalbum mit dem sehr guten Namen Alligator Bites never Heal ist wahrscheinlich mein Album des Jahres. Denial is a River ist sehr gut, Nissan Altima ist aber auch sehr zu empfehlen.
- DJ Python hat mit i was put on this earth auch eine sehr schöne EP rausgebracht, von der ich insbesondere Besos Robados empfehlen möchte.
- Und der Vollständigkeit halber mein aktueller Ohrwurm der Woche: Die mit dem Wolf tanzt von der großartigen Haiyti.