2026 KW 04
AI companies will fail. We can salvage something from the wreckage | The Guardian
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Cory Doctorow schreibt beim Guardian darüber, was aus seiner Sicht am Ende von der AI Bubble übrigbleibt.
Die Punkte sind die immerselben, ich bin da auch seiner Meinung.
When the AI-investment mania halts, most of those models are going to disappear, because it just won’t be economical to keep the datacenters running. As Stein’s law has it: “Anything that can’t go on forever eventually stops.”
Die Frage ist nur: Wann?
A$AP Rocky Releases Helicopter Music Video featuring Gaussian Splatting - Radiance Fields
[Link]
Super fett anzusehen. Hier das Video auf YouTube: [Link]
Gaussian Splatting erlaubt diese Effekte des frei durch die Szene navigierens. Sieht mega krass aus.
Wenn ich mich richtig erinnere, funktioniert das, indem ein Video mit einer Tiefenkamera aufgenommen wird und anschließend ein neuronales Netz trainiert wird, das aus dem reinen Tiefenbild eine 3D-Rekonstruktion der Szene erstellt. Durch diese Szene kann man dann wie durch ein 3D Modell “fliegen”.
In diesem Kommentarthread wird das nochmal besser erklärt. Und hier schreibt der Entwickler der Software, die für diesen Effekt verwendet wurde, ein paar spannende Dinge.
Und hier sind noch weitere künstlerische Verwendungen von Gaussian Splatting zu sehen - 3D Scans von Objekten, deren Punkte dann in einer Fluidsimulation zerlegt werden. Mega.
Rootkid - I build a light that reacts to radio waves
[Link]
Heftig geile Arbeit. Muss man sich ansehen. Eine super Idee gut und ästhetisch ausgeführt, eine verständliche, aber nicht oberflächliche Dokumentation und ein top Video. Auch sonst kann man sich sein Portfolio ansehen: [Link]. Man kann gespannt sein, was noch so von ihm kommt.1
Und sonst so
- Satanstango ist gut, aber furchtbar. Wirklich. Kein Buch, das gute Laune macht.
- Bei zwei tollen Stücken im Tollhaus gewesen:
- Pleasant Island handelt von der Kleinstnation Nauru, die in der Mitte des Jahrhunderts durch den Phosphatabbau zu Reichtum kam. Leider war das Phosphat und damit das Geld irgendwann alle. Mittlerweile ist Nauru in der Inselmitte ein Wasteland, das von Journalisten nicht betreten werden darf. Hier finden sich noch ein paar nähere Aufnahmen, die das Ausmaß zeigen. Die Insel muss aber trotzdem am laufen bleiben und hat Rechnungen zu bezahlen für Importe, Strom, Brennstoff. Es gibt keine Jobs und Nauru produziert nichts mehr, was es exportieren könnte; 95% aller angestellten sind beim Staat angestellt. Um den Staatshaushalt auszugleichen, ist man mittlerweile einer dieser “Drittstaaten”, in die abgeschoben wird, in diesem Fall von Australien aus. Nauru war ein fruchtbares Paradies und ist jetzt die Gefangenenkolonie einer Gefangenenkolonie. Es bedarf keiner großen Fantasie um hier Parallelen zu dem Pale Blue Dot zu ziehen, auf dem wir gerade alle sitzen. Die ganze Performance war sehr bedrückend.
- Out of the Blue, ein Stück über den sich anbahnenden Unterwasserbergbau. Das Stück ist aus der selben Feder wie Pleasant Island und auch hier sind die Parallelen klar. Die Gemengelage ist aber trotzdem gemischt - es gibt durchaus gute Gründe für das vorantreiben des Unterwassertagebaus, die Rohstoffe liegen dort tatsächlich einfach so auf dem Meeresboden rum und lassen sich absammeln. Diese Rohstoffe sind Nickel, Mangan, Lithium, alles Rohstoffe, die wir für die dringend notwendige Energiewende benötigen. Das Dilemma wird offensichtlich - soll man an diese Rohstoffe ausbeuten, um sich von anderen Rohstoffen unabhängig zu machen? Kann man die Konsequenzen überhaupt richtig absehen? Der Ozean ist groß, unfassbar groß, macht es vielleicht nichts, wenn man da ein wenig buddelt? Insgesamt hat mich das Stück mit mehr Fragen zurückgelassen, als es beantwortet hat. Das perfide am Tagebau unter Wasser ist ja auch, dass man nicht weiß, wer den überhaupt betreibt - oben sieht man im Zweifelsfall nur ein paar Schiffe, mehr nicht. Die Daten im Stück waren vom Anfang der 2020er - eine ebenfalls komplizierte Zeit, die aber zumindest hinsichtlich der Kooperation (oder zumindest Lippenbekenntnissen) großer und kleiner Staaten zum Naturschutz noch wesentlich optimistischer aussahen. Das alles bereitet mir Sorge für die Zukunft.
- Track der Woche: Uranium - Radioactive Man
Vielleicht einfach nur der Weg in die Lohnarbeit mit der damit einhergehenden Auslöschung des kreativen Schaffens. ↩︎